TABOUNs grosse Reise
von Tunesien nach Deutschland. Im März 1991.
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Landkarte Frankreich
 
Landkarte Deutschland
Dampfer
wanderreiter-clip
 

Teil 1: von Tunesien nach Frankreich
Teil 2: von Frankreich nach Deutschland


wie es begann und wie ich zu meinem Taboun gekommen bin.

 

Damals ging es mir nicht so super gut. Die Decke fiel mir auf den Kopf - 15 Jahre an der gleichen Arbeitsstelle, kein Ende in Sicht, Depressionen und der dringende Wunsch etwas zu ändern. Arbeit und Stadt wechseln? Eine lange Reise? Vielleicht auf dem Landweg nach Indien oder Australien? Aber hinterher wäre trotzdem alles so wie vorher und obendrein mag ich meine Arbeit und meine Kollegen. Ich bin sogar mit einem recht netten Chef gesegnet. Also bin ich eines Tages zu ihm hingetrabt und habe erst mal angefragt, wie es denn wäre mit einem halben Jahr unbezahlten Urlaub. Das ist im öffentlichen Dienst nicht so einfach, aber wie gesagt, mein Chef ist nett und hat es wirklich geschafft, daß es klappte. Jetzt erst machte ich mir richtig Gedanken, was ich mit einem HALBEN JAHR URLAUB anfangen wollte. Abenteuer dick wollte ich. Daß es danach schön sein würde, jeden Tag in mein kleines Labor zu kommen. Und, was noch viel wichtiger war: danach sollte alles anders sein als vorher.
Also schrieb ich einen Brief nach Tunesien und fragte bei Gisela an, ob sie nicht ein Pferd zwischen 5 und 10 Jahren zu verkaufen hätte.
Dringende Voraussetzung: gesunde Beine und eine gute Konstitution weil: ich dachte mir, daß ich einen Teil des Transports durch Frankreich zu Fuß machen würde. Und mit einem Pferd am Bein würde auch mein Leben zu Hause anders sein. Das wußte ich.
Ja, Gisela hatte ein Pferd zu verkaufen. Der inzwischen 5-jährige Taboun war von seinem Rennbahntrainer zurückgegeben worden. Auf meine Frage warum? bekam ich die Aussage, er sei wohl ein bißchen zu langsam gewesen, aber den den Beinen hätte er nichts. Das war meine größte Sorge, daß er Sehnenprobleme hätte und das könnte ich ja nun mal gar nicht gebrauchen. so gingen ein paar Briefe hin und her, wir machten den Kaufvertrag und legten das Datum meiner Ankunft in Tunesien auf Ende März des nächsten Jahres fest. Dann schrieb mir Gisela, daß ein Berliner Architekt namens Friedemann auch ein Pferd von ihr habe und es jetzt, nach Öffnung der Grenze nach Berlin holen wolle, ich solle ihn doch mal kontaktieren, vielleicht könnten wir uns zusammen tun. Das taten wir dann auch. Bei einem Treffen in Berlin machten wir aus: ich würde nach Tunesien fahren und den Transport bis Frankreich organisieren, Friedemann würde dann kommen und mit mir durch Frankreich in Richtung Norden reiten. So weit die Planung.

Ja, da stand ich nun mit zwei Reisetaschen in der Hand, in der Einen einen funkelnagelneuen Wanderreitsattel und Packtaschen, in der Anderen ein paar Sachen für mich. J. holte mich mit dem ururalten Landrover ab (eineinhalb Mio.km) und wir klapperten die 200 km nach Ghardimaou und er erzählte die neuesten Neuigkeiten. Gisela würde wahrscheinlich die nächste Zeit nicht da sein, weil ihr Rheuma wieder besonders schlimm sei, aber er würde mir bei dem ganzen Papierkram helfen und die Organisation übernehmen. Mit Gisela war ausgemacht, daß ich für Kost und Logis im Haus und Hof helfen würde und so war es eigentlich egal wie lange es dauern würde. Ich rechnete mit mindestens 6 bis 8 Wochen. Außer mir und J. war noch eine Schweizerin da, die auch mal ein viertel Jahr weg vom alltäglichen Trott wollte (sie hatte allerdings mit Pferden überhaupt nichts im Sinn....). Im Stall am Haus wohnten die Stuten und Jungtiere (ca. 30 Pferde), Ziegen, zwei Kühe und zwei Windhunde na ja und Hühnervolk. Der Hof ist eine wunderschöne alte Franzosenferme, ein großes weißes Haus auf einem Hügel mit einem herrlichen Blick über die Olivenhaine. Die Hengste sind etwa 2 km weiter weg in einem extra Stall untergebracht und das wurde also mein täglicher Spazierweg. Vormittags werkelte ich mit Sabine im Haus rum, nachmittags düste ich ab zu MEINEM Taboun.

MEIN TABOUN: unsere erste Begegnung war ziemlich desillusionierend. Alle Hengste waren auf dem Paddock. Chedli (der Vorarbeiter) zeigte mir Taboun. Giselas Pferde sind alle braun, es gibt nur 2 oder 3 Schimmel. Fast alle sind hellbraun, nur Taboun war ganz dunkelbraun. Also in der Herde leicht auszumachen. Ich bewaffnete mich mit dem Halfter und brauchte eine gute halbe Stunde, bis er sich einfangen ließ. Mit scheelem Blick starrte er mich an, folgte mir dann aber. Im Stall waren 2 junge Tunesier für die Pferde zuständig, die sich gleich auf das Pferd stürzten, es auf Hochglanz wienerten, sattelten und dann erkundete ich die Gegend. Reiten ließ er sich brav, nur die Stutenherde mußte ich immer umgehen, da wollte er denn doch gerne hin. Nach ein paar Tagen der ersten Eingewöhnung wollte ich mein Pferd dann langsam auch einmal selber putzen und da fing es dann an, das Elend. Was ich schon die ganze Zeit im Gefühl hatte, bestätigte sich in kürzester Zeit. Das Pferd konnte mich auf den Tod nicht ausstehen. Er nutzte jede Gelegenheit mich zu beissen, drückte mich an die Wand und als ich nach einigen Tagen immer noch nicht kapitulierte, fing er an mich zu treten. Nie besonders fest, aber IMMER mit seinem linken Hinterbein auf meinen rechten Oberschenkel, IMMER an die selbe Stelle. Bei den Jungs war er sanft wie ein Lämmlein, aber wehe sie waren nicht da! Und das Schönste war: keiner hat mir das geglaubt!
  Taboun in Baraket 
Immer wenn jemand auch nur in der Nähe war, tat er mir nichts. Nur wenn wir alleine waren. Zuerst habe ich ihn natürlich gehauen und angeschrien. Dann guckte er mich mit einem Blick an der sagte: hau doch fester! ist mir ganz egal! Ich war schon ziemlich verzweifelt und habe mehr als einmal heulend im Hof gestanden und mich gefragt, ob ich mit diesem Monsterpferd überhaupt jemals klarkommen könnte.
Dazu kam noch, daß er sich überhaupt nicht die Hufe aufnehmen lies. Das war eine echte Katastrophe. Selbst bei den Jungs legte er sich immer nach der Seite um, auf der man den Huf aufnehmen wollte. Das sah dann so aus, daß ihn zwei gestützt haben und der Dritte den Huf aufnahm....... Es war zum verzweifeln. Ich überlegte krampfhaft, was ich gegen so viel Ablehnung und Destruktion machen könnte und irgendwann kam mir die Erleuchtung. Das Pferd rechnete nur mit dem Schlechtesten und benahm sich auch so. Hatte er gut gelernt auf der Rennbahn. Also müßte ich einfach nur diese Erwartung umgehen. Kaufte ein Kilo Zuckerwürfel und brachte ihm erst mal bei, daß Zucker lecker ist (anfangs spuckte er ihn einfach aus). Nachdem er daran Geschmack gefunden hatte, hatte ich tatsächlich erst mal gewonnen. Ich ignorierte Treten und Beißen so gut es ging und immer wenn er mir NICHTS antat, gab es einen Zucker. Bein anfassen lassen - Zucker. Bürsten lassen ohne Attentat - Zucker.

Jehol Sahraoui 

Tabouns Papa: "Jehol Sahraoui", was soviel heisst wie Jehol der Wüstenbewohner

  Stunden habe ich mit ihm verbracht, wir sind weiden gegangen, ich habe lange Ritte gemacht und habe ihn viel geführt und irgendwie fing er dann tatsächlich an, mich zumindest nicht mehr zu hassen. Ihr hättet mal sein Gesicht sehen sollen, als er mich getreten hat und ich ihn das erste Mal NICHT gehauen habe dafür. Das Pferd war völlig perplex. Und dann diese Zucker Geschichte. Sowas war ihm ja noch nie passiert!
Es hat noch lange Zeit gedauert, bis er keine Rückfälle mehr bekommen hat. Die ersten zwei, drei Jahre unseres Zusammenseins hat er mich immer wieder einmal getreten wenn er sich über mich geärgert hat... Aber damals in Tunesien war ich einfach über jeden Tag froh, wo er mich verschont hat. Sicher gefühlt habe ich mich immer erst, wenn ich im Sattel saß denn das Reiten war überhaupt kein Problem. Allerdings konnte er ausser geradeausrennen überhaupt nichts. Ab und zu durfte einer der Jungs mit mir ausreiten, ansonsten bin ich immer alleine ausgezogen und habe die ganze Gegend erkundet. Es gibt dort viele Olivenhaine, durch die man reiten darf, Eukalytuswäldchen, Steineichenwälder in denen Wildschweine hausen, ein kleiner Fluß, in dessen Flußbett Oleander wächst. Überall verstreut gibt es kleine Bauernhäuser, immer sind überall Ziegenherden und Kinder, angepflockte Pferde und Kühe, auf den wenigen Straßen muß man vorsichtig sein, weil in Tunesien an den Autos nur die Hupen funktionieren.

In regelmäßigen Abständen sind wir nach Tunis gefahren, um von dem Pferdehändler, der den Transport nach Frankreich übernehmen sollte zu erfahren, wann er denn nun endlich mal einen Reitpferdetransport schicken würde. Ich habe selten jemanden getroffen, dem man so hinterherreisen muß. Immer war er unterwegs und man mußte wirklich sehr viel Glück haben um ihn zu erwischen. "Vielleicht nächste Woche" - ich weiß nicht mehr, wie oft ich das gehört habe. Und dabei hat es gebrannt, ich wollte dringend weg. Nicht, daß es mir nicht gefallen hätte - aber J. war ein ausgewachsenes Problem. Ich hatte es schon vorher vermutet, jetzt wußte ich es: er ist Alkoholiker. Morgens kam er nicht in Gang, fuhr dann 3x in die Stadt etwas zu erledigen und war nicht willens oder in der Lage oder ich weiß nicht was das war, auf jeden Fall besorgte er dauernd kein Futter für die Pferde. Und das, obwohl ich ihm Geld gegeben habe, er kam dann mit so Ausflüchten wie: es gibt gerade keine Gerste auf dem Markt, oder er habe den Händler nicht getroffen oder es sei doch wieder Futter da - war aber alles gelogen. In Wirklichkeit kaufte er kistenweise Wein, den er heimlich wegschlürfte und mein Pferd wurde immer dünner.

  Taboun auf der Weide 
Das Wetter war schlecht in diesem Frühling. Jeden Tag Regen und lausig kalt. Im Haus gab es keine Heizung und ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals so viel am Stück gefroren habe wie dort. Manchmal hustete Taboun beim Reiten und als ich das J. erzählte, meinte der ganz lapidar, das würde an dem schlechten Wetter liegen und hätte gar nichts zu sagen. Irgendwann fiel mir auf, daß Taboun plötzlich Atemnot bekam, dachte aber ich hätte mich getäuscht, weil man nach ein paar Minuten gar nichts mehr merkte. Und J. sagte halt auch, ich sei ja wohl ein bißchen überspannt. Aber der Husten ging auch nicht weg, als es dann im Mai endlich besseres Wetter gab. Und so hoffte ich halt, daß es bald losgehen würde mit dem Transport, in Frankreich endlich Tierärzte wären und das Pferd vor allem ordentlich Futter bekommen würde. Ich war so hilflos dort: ohne Auto weitab von der nächsten Stadt und der Sprache nicht mächtig - ist so toll nicht.
Taboun in Bordj

Irgendwann holten wir Friedemanns Talmidh von der Rennbahn und das Pferd, was wirklich in guter Rennkonditon war, rappelte auch innerhalb von 2 Wochen total ab. Jetzt kümmerte ich mich um beide Pferde. Talmidh ist ein Halbbruder von Taboun (gleicher Pappa, die Mütter sind aber auch verwandt), aber ein ganz arg nettes Pferd. Niemals versuchte er mir etwas zu tun, ganz im Gegenteil. Er wollte einem immer alles recht machen. Der Süße. Die beiden Pferde sind ein Jahrgang, zusammen aufgewachsen und gute Freunde, was das Handling von zwei Hengsten gleichzeitig zum Glück sehr vereinfacht.

Den ganzen Frühling über hatten wir schon immer über 10 Grad Celsius, aber in dem Haus gibt es keine Heizung. Immerhin bekamen wir Strom gelegt - was für ein Luxus! Mitte Mai kam dann aber auch der Frühling, der Oleander fing überall an zu blühen und ich wurde immer zappliger, weil ich wirklich weg wollte. Der J. war durch seine vom Alkohol vernebelte Birne schon sehr eingeschränkt und dadurch auch für mich sehr einschränkend. Ganze Tage verbrachte er damit, 5 Ballen Heu für die Pferde aufzutreiben (immer auf Kredit und die Bauern wurden langsam sauer, weil sie nie ihr Geld bekamen) an Kraftfutter war gar nicht zu denken, keines der Pferde bekam etwas, noch nicht mal der Deckhengst oder die tragenden Stuten, geschweige denn mein "nur" Reitpferd. So schleppten sich die Tage dahin, nur manchmal von abenteuerlichen Geschehnissen unterbrochen. Einmal schlich sich eine rossige Stute zum Hengststall hin und als einer der Jungs sie greifen wollte, drängelte sich einer der Althengste durch die Tür und wollte sie packen. Natürlich rannte sie, haste was kannste wieder nach Hause. Und der Lahloup hinterher. Es ist keiner der besonders netten Hengste und wie er die arme Stute zugerichtet hat, das war wirklich nicht mehr schön. Sie war total zerbissen und hatte überall Beulen und Schrammen. Wir brauchten 5 Leute, um die zwei Pferde voneinander zu trennen. Der Hengst hat gebrüllt und sich aufgeführt wie ein Berserker.

In Bordj    In diesem Frühjahr gab es 3 Fohlen. Moniet (das Pferd, was ich auf der letzten Tour geritten hatte), die alte einäugige Bint und die schöne Hilla. Moniet, die ja auch mit Menschen sehr zickig war, ließ ihr Kind nicht an ihr Euter (und natürlich auch keinen Menschen zum melken....). Also waren es nur noch 2 Fohlen. Die Pferdekinder gingen dann schon bald mit ihren Mammis zum weiden und eines Tages flog der obligatorische Grenzüberwachungshubschrauber besonders tief über die Herde. Bint's Fohlen erschreckte sich, rannte, stürzte und brach sich dabei ein Bein. Niemand konnte bzw. wollte das arme Ding töten und so versuchte der Menschenarzt (der nächste Tierarzt ist 200 km weit weg), das Bein zu schienen. Es war ein furchtbares Elend. Keiner, der ein Gewehr hatte, wollte es erschießen und so blieb zum Schluß nur noch der Schlachter übrig (in Arabien wird geschächtet....) es war einfach furchtbar! Aber unser drittes Fohlen war und blieb fit und gesund und Hilla, die als zuletzt gekommene Stute immer von den anderen geärgert worden war, hatte auf einmal eine supergute Stellung in der Herde. Die einzige Mammi.
An Pfingsten kam Friedemann für ein paar Tage zu Besuch. Wir besprachen noch ein paar Dinge wegen des weiteren Nichtgeschehens, aber er ist in seinem Job doch so flexibel, daß es erst mal noch nichts ausmachte, daß wir immer noch in Tunesien hockten. Leider verschwand der Pfingstbesuch dann wieder schnell und es passierte wieder nichts. Doch - eines Tages bekamen wir Bescheid, wir sollten den Pferden Blut abnehmen und wegen dem Coggins-Test in die Tierklinik schicken. Jürgen war guter Dinge und meinte, der Test sei nur 4 Wochen gültig, bis dahin wären wir dann wahrscheinlich unterwegs.

Abgesehen von den einzelnen Geschichten war das Leben auf dem Gestüt schon eher langweilig. Ich habe mich zwar immer ein bißchen bemüht, arabisch zu lernen, bin aber nicht so weit gekommen, weil fast nie jemand zum mit mir lernen da war. Und der gute J. war immer sehr ängstlich darauf bedacht, daß wir beiden Mädels ja nicht zu viel mit den arabischen Jungs zu tun hatten - er hatte tierischen Schiß, daß es vielleicht zwischenmenschliche Probleme geben könnte..... (aber IHN wollte keine von uns beiden, armer J.).

Mein Taboun gewöhnte sich langsam immer besser an mich. Seine Mord-Attacken wurden immer milder und seltener. Langsam entspannte sich sogar sein Gesichtsausdruck (habt ihr schon einmal ein Pferd gesehen, das vor Wut und Ärger viereckige Nüstern machen kann? Er kann das! Und die Ohren sind nicht zu sehen. Aber da wir auf den Ausritten immer irgendwo leckeres Gras oder Büsche fanden, war er richtig gern mit mir unterwegs. Hufe geben war auch kein Problem mehr, für Zückerleins konnte er sie ganz alleine hochheben und auch oben halten, bis ich fertig war. Irgendwie bekam ich das Gefühl, daß dieses Pferd keineswegs zu dumm war etwas zu lernen, wie sie mir alle gesagt hatten. Geputzt werden mochte er allerdings nach wie vor noch nicht, ließ es sich aber gefallen. Am Wochenende fuhren wir manchmal nach Tunis, suchten den Pferdehändler, der uns dann mitteilte, daß er schon ein paar Pferde für den Reitpferdetransport habe, aber er wüßte noch nicht, wann er fahren würde und ein paar mal waren wir auf der Rennbahn. Da ich ja mit dem Züchter da war und selber "Rennpferdebesitzer", war es schon sehr interessant, mitten im Geschehen herumgereicht zu werden. Aber ich hätte beim Wetten immer kläglich verloren, zum Glück hatte ich es mir immer verkniffen. Diese Rennpferdeleute sind schon ein komisches Volk! 2 Pferde von Gisela waren in der Zeit ganz gut und es waren Interessenten für sie da, aber Gisela kann sich seeehr schlecht von ihren Pferden trennen und hat sie nicht verkauft.
An einem schönen Frühlingsnachmittag passierte dann ein GestütsGAU. Einer der älteren Hengst fand nämlich eine lose Stange im Padock, spazierte hinaus und die anderen 14 wollten natürlich nicht drinnen bleiben. Ich war mit Taboun unterwegs und als ich zurückkam, waren alle Hengste weg - natürlich bei den Stuten. Ich packte Taboun in seine Stangenbox, rannte die 2 km zum Gestüt und kam gerade zurecht, als der letzte der Ausbrecher eingefangen wurde. Es muß die absolute Hölle gewesen sein. Brüllende Hengste, blind vor Entsetzen rumrasende Stuten, die alle ihr Heil im Stallhof suchten. Sogar die schon halbblinde Haushälterin Fatima hatte sich mit einem Besen bewaffnet und hatte geholfen. Trotz des riesen Chaos, war kein Pferd schlimm verletzt, Schürfwunden und Beulen hatten sie allerdings alle. Wir rührten einen großen Pott Heilerde an und damit wurden sie dann alle beschmiert. Kurzzeitig hatten wir eine Scheck-Herde. Die aufgebrachten Hengste brachten wir dann einzeln zurück in ihren Stall - ich weiß nicht mehr, wie oft ich an diesem Tag die Strecke gelaufen bin.
Die Tunesier haben alle einen riesen Schiß vor Echsen und Schlangen und behaupten sogar, daß die harmlosen Baumkrebse giftig wären. In meinem Institut haben wir lange Zeit Echsen und Schlangen als Versuchstiere gehältert (jetzt schon lange nicht mehr) und dadurch weiß ich eigentlich ganz gut Bescheid mit dem Kriechzeug. Eines Tages gab es ein riesen Gebrüll im Stallhof: eine grüne, große Schlange saß in einer Ecke und fauchte ganz schrecklich. Soo schrecklich, daß sie sich nicht trauten, sie totzuschlagen (feige Kerls!!). Schnell baute ich mir aus einem Besenstiel und einem Seil einen Schlangenstock, packte sie mit der Schlinge hinterm Kopf, transportierte sie in die Olivenplantage und ließ sie dort wieder frei. Seitdem habe ich den Ruf einer Schlangenbeschwörerin im Dorf. So mutig! Ganz allein!

Sabines Zeit war um und sie reiste wieder heim in die Schweiz. Auf Baraket wurde es noch öder. Ich entfleuchte so oft es ging zu meinem Pferd, kümmerte mich um Friedemanns Talmidh und schwätzte mit den Jungs. Dabei durfte man sich natürlich nicht von J. erwischen lassen, der dann nämlich nichts besseres zu tun hatte, als einem irgendwelche Moralpredigten zu halten (da war ich aber auch schon über 30?!). Er scheint mir eine ganz schön schlechte Phantasie gehabt zu haben. Ich jedenfalls kann mich auch ganz einfach NUR unterhalten. Auf den Feldern sammelten sich überall die Störche für den Flug nach Norden, das war ganz komisch. Taboun hustete, mal mehr, mal weniger, Tag um Tag verging und eines Abends kam J. aus der Stadt (mit ein paar Flaschen Wein) und sagte: morgen Mittag kommt Gisela. Ich war ganz platt, damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet.

Als ich am nächsten Tag vom Ausritt zurück kam, standen Auto`s vor der Tür, überall wuselten Menschen, Hunde und Ziegen herum - Gisela war wieder zu Hause. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Aber nach unserer Begrüßung war ich dann erst richtig platt. Sie sagte nämlich: es ist ja schade, aber du mußt Deine Koffer packen, morgen geht der Pferdetransport nach Frankreich ab. Abends um 8 fährt der Frachter los. Das war jetzt, nach der ganzen endlosen Warterei, doch ein wenig schnell und ich bekam ganz weiche Knie. Der Tag X war da! Nach all diesem öden Rumsitzen war jetzt die Hölle los. Koffer aus- andere Koffer einpacken, Begrüßen und verabschieden, das alles in ein paar Stunden. In der Nacht habe ich kaum geschlafen. Nach dem Frühstück kopppelten wir den Hänger an, fuhren zum Hengststall und luden die Pferde ein. Zum Abschied hatten mir die Jungs den Taboun noch fein gemacht. Mähne und Schweif gestutzt, gebadet und mit Olivenöl eingeschmiert - ich erkannte ihn kaum wieder und über den gestutzten Schweif hätte ich viel lieber geheult, er war vorher so schön gewesen..... aber sie waren so stolz auf ihr Werk!

Das war jetzt also meine letzte Fahrt mit Jürgen nach Tunis und ich war so froh, man kann es sich kaum vorstellen. Am frühen Nachmittag waren wir im Stall von dem Pferdehändler und luden die beiden Buben erst mal aus. Ich war im Hänger und band Taboun los, war aber noch nicht hinter der Stange, als J. schon die hintere Stange rausnahm und das Pferd wie ein geölter Blitz rückwärts die Rampe runterschoß. Natürlich hatte ich keine Handschuhe an. Und natürlich hatte ich die ganze rechte Hand versengt, weil ich ihn ja auch nicht loslassen wollte. Trotz sofortigem kühlen, konnte ich die Hand die nächsten paar Tage überhaupt nicht mehr gerade machen, sie war krumm zusammengeschmurgelt. Der Händler kam, betrachtete sich die Pferde und nahm J. dann auf die Seite. Zum Glück bin ich mit großen Ohren und einem guten Gehörsinn gesegnet und verstand so, daß der Händler fragte, was denn bitteschön mit den beiden Pferden los sei, ob sie denn krank wären, so dürr wie sie seien. Nein, nein, sagte J., wir waren nur so knapp mit dem Futter. Als ich dann die anderen Pferde sah, verstand ich, was der Händler gemeint hatte. Wenn man immer nur dürre Pferde sieht, fällt es eben gar nicht mehr so auf, wenn das eigene auch so rappelig ist. Aber im Vergleich mit den wohlgenährten Berbern, die mit auf den Transport gehen sollten, war es ein absolut erschreckender Anblick. Vor allem mein kleiner Taboun sah arg schlecht aus. Zumal ihm auch noch immer die Nase lief. J. nahm mich dann irgendwann auch noch mal auf die Seite und meinte, ich solle ihm halt immer die Nase putzen, ehe ihn ein Veterinär zu Gesicht bekommen würde.

Der Transport vom Hof zum Hafen wurde mit einem offenen LKW gemacht. Die Pferde gingen über eine Erdrampe auf die Ladefläche und wurden dort immer Kopf an Schweif angebunden. Ich war schon erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit, sie das alles mitmachten. Aber sie hatten ja Gesellschaft und konnten alles sehen - das war gar nicht schlimm. Wir fuhren hinter dem LKW her zum Hafen und dort sollten die Pferde dann umgeladen werden in einen Sattelauflieger, der dann auf das Schiff gebracht werden würde. Theoretisch. Vorher mußte nämlich der Hafenveterinär noch die Identität der Pferde feststellen und kontrollieren, daß mit den Papieren alles in Ordnung wäre. In Tunis gibt es zwei Häfen, aber nur einen Amtsveterinär. Und am nächsten Tag würde ein großes Fest stattfinden, wo jeder Tunesier, der es sich einigermaßen leisten kann, einen Hammel schlachtet. Da der Pferdehändler den Amtsveterinär NICHT FAND, obwohl er von einem Hafengebiet ins nächste düste (und der Veterinär war extra bestellt worden, für diesen Transport!), konnte man davon ausgehen, daß er Hammel kaufen war. Es wurde 5 Uhr, der Tierarzt war nicht da, es wurde 6 Uhr - kein Tierarzt, um 7 standen wir immer noch da und um 8 Uhr lief der Frachter aus. Ohne uns. Der Pferdehändler war außer sich und tobte. Wir fuhren zurück zum Stall und luden die Pferde wieder ab. Der Händler (Houweli), sagte, das nächste Schiff, was in Frage käme würde in 3 Tagen gehen, er wüßte aber nicht, ob sein Kompagnion in Frankreich, dann da wäre, die Pferde vom Schiff zu holen. J. meinte, wir sollten die Pferde wieder einpacken und zurück nach Ghardimaou fahren, aber DAS wollte ich wirklich nicht. Nicht wieder am Ende der Welt sitzen und nichts wissen. Also fragte ich den Houweli, ob die Pferde nicht da bleiben könnten (hier gabs wenigstens Futter!), ich würde in Tunis in ein Hotel ziehen. Klar sagte er, das geht. Wir fuhren dann mit ihm zur Stadt, nachdem wir die Buben in 2 "Boxen" (Verschläge wäre das richtigere Wort) gepackt hatten, telefonierte er mit dem Franzosen. Das war ein wirklich interssantes Telefonat. Der Franzose bekam nämlich Tobsuchtsanfälle, wir hörten das obwohl wir ein Stück entfernt saßen. Er machte den armen Houweli zur Schnecke, weil er glaubte, daß der das mit dem Veterinär versiebt hätte (möglich ist es schon...). Und vor allem wollte er, der Franzose, nämlich direkt nach Ankunft der tunesischen Pferde nach Ungarn zum Pferde kaufen und jetzt würde es 3 Tage länger dauern. Erst auf J.'s Intervention, daß Houweli wirklich nicht schuld gewesen sei, erklärte er sich dann bereit, die 3 Tage länger zu warten. Ansonsten hätten wir erst in 4 Wochen fahren können.  

Pferdetransport auf Tunesisch 

Pferdetransport auf tunesisch - den Pferden gefällts, sie können alles sehen und haben Kumpels dabei.

J. half mir dann noch beim finden eines Zimmers und fuhr dann zurück nach Ghardimaou, ich fiel wie ein Stein ins Bett, zwar immer noch nicht weg, aber immerhin auf der Reise.


Tunis. Nach der Einöde in Ghardimaou war es die reinste Freude in einer tobenden Großstadt zu sein. Frühstück im Café um die Ecke: frische Croisants, Milchkaffee, nette Menschen, Lachen und Musik - DAS hatte mir tatsächlich gefehlt. Kein griesgrämiger J., der nur schlechtgelaunt rummaulte sondern richtig Urlaub und tun können was man will. Der nächste Bus in Richtung Süden war der Meine und beim Hof vom Pferdehändler nötigte ich den Fahrer, mich aussteigen zu lassen. Die Pferdeleute freuten sich, daß ich kam und brachten mich zu meinen Buben, die ganz vergnügt Heu in sich hineinmampften. Das erste Mal, daß sie keinen Hunger hatten. Taboun sah aus wie paniert. Das Olivenöl, mit dem er "fein"gemacht worden war, hatte sich mit Hilfe des allgegenwärtigen Staubs in eine klebrige graue Masse verwandelt und mir blieb nichts anderes übrig, als ihn zu waschen. Na, das war eine Aktion! In Ghardimaou war ja nicht nur das Futter knapp gewesen, mit Wasser mußte man auch sparen. Und Wasserschläuche gab es dort überhaupt nicht. Zum Glück hatten wir viel Platz und es war warm, zum Schluß waren wir beide einheitlich naß und das Pferd halbwegs sauber. Bevor ich weiter machen konnte, wurde ich ins Haus verschleppt, zu den Frauen in die Küche verbannt und bekam da so viel Hammel eingeflößt, wie nur in mich reinging. Es war doch das große Hammelfest! Am liebsten hätten sie mich ganz dabehalten (der Hof liegt auch etwas weltabgeschieden und ich war eine willkommene Abwechlung) und ich mußte richtig energisch werden, daß ich wenigstens noch ein Stündchen reiten gehen konnte. So viel Futter und keine Bewegung, das wäre bestimmt ein Desaster geworden. Talmidh ging in der Zwischenzeit auch brav als Handpferd und so dackelten wir zu dritt durch diese wildfremde Gegend. Eisenbahngeleise waren zu überqueren und wir mußten an einer riesigen Hühnerfarm vorbei - sowas kannten die Zwei nun überhaupt nicht und sie stellten sich ziemlich hinterwäldlerisch an. Gegen abend fuhr ich zurück in die Stadt, wanderte über die Souks und freute mich, daß ich endlich unterwegs war.

Am Hafen

Auf der Fahrt zum Hafen: endlich ist es soweit!

Am nächsten Tag traf ich den Händler auf dem Hof und besprach mit ihm das weitere Vorgehen. Er wollte für mich noch das Ticket besorgen und meinte, das wäre kein Problem, auf den Frachtern sei immer Platz für Passagiere, außerdem habe er eine ganze Kabine, im Zweifelsfall würde er mir eine Hälfte abtreten. Ansonsten habe er den Veterinär endlich erreicht und der habe versprochen, pünktlich dazusein. Ich sollte also morgen warten, bis er mir Bescheid geben würde. Also bummelte ich den ganzen Montag vormittag in Tunis rum und saß dann in meinem Hotel und wartete und wartete, bis dann nachmittags um 6 J. und Heinz-Gert (Gisela's Mann) auftauchten und mit mir zum Hafen fuhren. Der Sattelauflieger mit den Pferden war tatsächlich schon auf dem Schiff!!!! Nur die Passagiere durften noch nicht rauf und so saß ich noch mal 2 Stunden an der Hafenmole und sehnte mich weg. Irgendwann durften wir dann aber auch an Bord gehen und ich bezog den oberen Stock in der Pferdehändler-Kabine. Zuerst hatte ich ja schon ein ungutes Gefühl, aber Houweli war ganz nett und liebreizend und wir haben uns wirklich ganz gut vertragen. Auf dem Frachter waren außer unseren Pferden lauter LKW's, die Kleider transportierten. In Tunesien gibt es ganz viele Fabriken, die schon zugeschnittene Stoffe nähen und die Zuschnitte und die fertigen Kleider werden per LKW von Deutschland, Frankreich, Belgien hin und hertransportiert. Dementsprechend waren eben auch die Passagiere: außer mir war noch EINE Frau an Bord. Sonst nur Männer. Sehr spaßig. Vor allem die Besatzung .... Der Radiooffizier war Pakistani und wollte schon immer eine hellhäutige Frau heiraten. Überall traf ich ihn. Er war wirklich wie eine siebenköpfige Raupe und ich machte dann ein Spielchen daraus, ihm immer möglichst ungesehen zu entgehen. Der Kapitän war ein Grieche und ausgesprochen charmant, er zeigte mir die Brücke und wir tranken ein gepflegtes Bierchen miteinander, ansonsten war ich den ganzen Tag auf dem Schiff unterwegs.
Auf dem Frachter
 
Im Sattelauflieger
Der Sattelauflieger war oben offen und von der Brücke aus konnte man gut hineinsehen. Insgesamt waren 17 Pferde auf dem Transport, die dicht an dicht darin standen. Oben war eine Heuraufe, die ständig aufgefüllt wurde und es gab eine Tränkerinne, die längs der Bordwand entlang ging. Es waren 6 Hengste mit an Bord und diese waren jeweils mit einer Zwischenwand voneinander getrennt. Trotzdem gelang es einem, sich loszumachen und sich in dem Stutenabteil herumzudrängeln. Houweli schaffte es irgendwie, das ganze Durcheinander wieder zu sortieren, ohne daß irgendetwas Schlimmes geschah.

Einer der LKW-Fahrern sagte zu mir, daß ganz oft Pferdetransporte unterwegs wären, aber das sei der Erste, auf dem die Pferde gefüttert und getränkt worden wären........

So oft es ging, stand ich auf der Brücke und betrachtete die Pferde. Taboun und Talmidh sahen gar nicht so unzufrieden aus. Sie mampften den ganzen Tag Heu und klauten ganz eifrig noch die Portionen von ihren Nachbarn. Zum Glück war das Meer ruhig und der Frachter sauste nur so in Richtung Europa. Zwei Nächte und einen Tag waren wir unterwegs. Am letzten Morgen taperte ich nach einem Blick auf die Pferdi's zum Frühstücken und hörte auf dem Weg dorthin merkwürdige Gesprächsfetzen - Hafenstreik, Hafenarbeiter, Hafen gesperrt???? Beim Frühstück klärte uns der Kapitän auf: tatsächlich streikten die Hafenarbeiter in Marseille. Der Hafen sei abgesperrt, das Schiff könne nicht entladen werden und keiner wüsste, wie lange es dauern würde. So war es tatsächlich. Der Frachter legte an und der französische Pferdehändler kam an Bord. Er brachte noch ein paar Ballen Heu mit, die er mit viel Mühe ein paar km weit getragen hatte - Auto's durften keine rein und raus, nur Fußgänger. Na toll. Herr Cochet meinte aber, daß es am nächsten Tag höchstwahrscheinlich vorbei sein würde und daß er dann wiederkäme, die Pferde zu holen. Houweli und ich fütterten und tränkten die Pferde und gingen dann in die Stadt Kaffee trinken. Es war ganz lustig. Er kannte sich in Marseille ganz gut aus und zeigte mir ein bißchen die Altstadt. Ich rief dann das erste Mal bei Friedemann an und erzählte ihm, daß wir nun angekommen seien und er sagte, er müsse noch ein Projekt abschließen und käme dann so in ca. 2 Wochen. Das klang gut und wir verabredeten, daß ich mich dann noch einmal melden würde, wenn ich endgültig wüsste, wo die Pferde und ich tatsächlich gelandet wären. Die Nacht konnten wir noch auf dem Schiff verbringen und am nächsten Morgen fuhren dann aber wirklich wieder LKW's auf dem Hafengelände herum und auch unser Sattelauflieger konnte entladen werden. Mich stopften sie kurzerhand mit ins Fahrerhaus und los gings. Zuerst zum Amtsveterinär. Dort mußten die Pferde aus dem Hänger ausgeladen werden, Papiere wurden kontrolliert (die Pferde hatten mit einer Schere schon in Tunesien eine Nummer ins Fell geschnitten bekommen), eine Blutprobe wurde entnommen und es gab eine oberflächliche Musterung der Tiere. Taboun lief natürlich wieder ganz heftig die Nase und er hatte überhaupt keinen Bock darauf, sie sich putzen zu lassen. Nach 2 Stunden war alles fertig, die Pferde wurden wieder verladen und wir fuhren zu dem Quarantänestall in der Nähe von Nimes. Vor dem riesigen Stallgebäude wurden die Pferde wieder ausgeladen und die guten kamen ins Böxchen, die schlechten in die Ständer - na und was meint Ihr, welche das waren? M.Cochet sprach ein sehr seltsames Französisch. Ich verstand es überhaupt gar nicht gut, aber er fragte mich, warum ich denn bitte schön so zwei verhungerte Pferde importieren würde. Der Transport wäre ja schon teurer, als die zwei wert wären......
Ja. So sah es aus. Er betrachtete sie sich noch mal genauer, schüttelte den Kopf und murmelte unverständliches Zeug. Beim Mittagessen machten wir dann aus, daß ich in einem Wohnwagen hausen könne und gegen Mitarbeit im Stall auch verpflegt werden würde. Natürlich nahm ich das Angebot dankend an. Im Stall gab es: M. und Mdm. Cochet, einen Deutschen der Springpferde ritt und ausbildete (Christian), einen Belgier der die Kantine versorgte und 3 Stallknechte. Ca. 60 Verkaufspferde, davon mindestens 10 wunderschöne Andalusier. Auf ein paar Weiden gab es noch eine kleine Herde Vollblutstuten und ein paar Camarque-Pferde. Nachmittags machte sich M.Cochet auf den Weg nach Ungarn um dort auch noch ein paar Pferde zu erstehen. Den Stall sollte in der Zwischenzeit ein Typ namens Tierry versorgen (Mann, war das ein hübscher Franzose...). Und ich atmete erstmal ganz tief durch. In Frankreich waren wir also schon einmal. Dann würden wir es auch bis nach Hause schaffen.

Wenn Euch meine Geschichte gefällt, könnt Ihr gerne noch den Teil II lesen.

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